Marie Condo: Weniger ist mehr

„Die meisten Menschen bekommen und besitzen viel mehr, als sie brauchen.“ Das sage nicht ich, sondern Marie Condo. DIE Aufräumexpertin aus Japan. Selbstverständlich sind damit nur die Menschen gemeint, die in einem reichen Industrieland, wie Deutschland, USA oder eben Japan leben. Aber um die geht es ja bei VintageYourLife auch.

Und dennoch (oder vielleicht gerade deshalb?) führen die meisten Menschen, die in einer Überflussgesellschaft leben, ein Leben im Mangel: „Ich habe nicht genug… Ich brauche… Mir fehlt es an…“ Der Grund laut Marie Condo: „Die Menschen wissen nicht, wann sie GENUG haben.“ Und häufen immer mehr Dinge und Gegenstände an, die sie weder brauchen, noch glücklich machen. Schnell entwickeln sich all diese Dinge zu Ballast, der jede Menge Unordnung in unser Leben bringt.

Aber Marie Condo hat ein Gegenmittel. Aufräumen! Entrümpeln! Und zwar radikal und ohne Wenn und Aber. Damit das auch wirklich funktioniert, gibt sie ein paar praktische Tipps, die jeder individuell umsetzen kann und sogar soll, denn: „Dinge zu besitzen ist eine äußerst persönliche Entscheidung.“ Daher hält sie auch nicht viel von pauschalen Regeln, wie „alles, was sie zwei Jahre nicht benutzt haben, kann weg“ oder „man braucht genau sieben Jacken.“

1. Wissen, wer man ist. Wissen, was man will.

Aufräumen ist eine Inventur der Persönlichkeit, sagt Marie Condo. Daher sei es so wichtig zu wissen, wer man ist. Was man will. Und wie man sein (alltägliches) Leben gestalten möchte. Passend zu dieser Vorstellung vom eigenen Leben falle es viel leichter, sich von Dingen zu trennen, die eben NICHT zu diesem Leben passen und sich stattdessen den RICHTIGEN Dingen zuzuwenden. Man setzt also Prioritäten. In jeder Hinsicht.

2. Was macht mich glücklich?

Nachdem man weiß, wer man ist, geht es ans Eingemachte.  Jeden einzelnen Gegenstand sollte man darauf prüfen, ob er bleiben oder gehen soll. Marie Condo rät, sich dabei auf seine Urteilskraft zu verlassen. Und zwar vor allem auf die intuitive: „Macht es mich glücklich? Oder nicht?“ Diese Frage lasse sich erstaunlich schnell beantworten. Wer sich von seiner inneren Stimme leiten lässt, treffe zudem so gut wie keine Fehlentscheidungen und trennt sich sogar von niemals getragenen Fehlkäufen, wie teuren Kleidern.

3. Die richtige Reihenfolge

Aber nun zu den praktischen Tipps. Jeder Gegenstand will beachtet werden. Und alles, was unnötig ist, sollte radikal entfernt werden. Erst dann könne man beginnen, die Dinge zu ordnen. (Wichtig!). Und einen festen Platz für sie zu finden, an den sie nach Gebrauch immer zurückkehren können. (Anstatt in der ganzen Wohnung herumzuliegen…)

4. Und wenn ich nicht loslassen kann?

Es gibt Dinge, die man weder mag, noch braucht, die man aber dennoch nicht wegschmeißen mag. Sei es das teure Kleid, das noch nie getragen wurde. Oder der Entsafter, den man vielleicht doch IRGENDWANN gebrauchen könnte.  Zu Dingen aus der Kleid-Kategorie sagt Marie Condo:  „Jedes Ding hat seine Aufgabe. Wenn diese Aufgabe erfüllt wurde, kann das Ding gehen. Zum Beispiel das teure Kleid, über das man sich beim Kauf gefreut hat, hat damit bereits seine Aufgabe erfüllt und darf gehen. Man darf sich achtsam und ohne schlechtes Gewissen verabschieden.“ Und beim Entsafter rät sie zum Mut zur Lücke. „Wenn Sie wirklich irgendwann einen Entsafter brauchen, können sie sicherlich einen bei Freunden  oder Nachbarn leihen. So hat man einen Grund, sich beim Nachbarn zu melden.“

Es lohnt sich, seine Gegenstände, sein Haus und damit auch sein Leben in Ordnung zu bringen. Denn nur, wenn die Dinge in Harmonie sind, kann auch der Mensch harmonisch leben.  Und ganz ehrlich: Macht es nicht unglaublich viel Spaß, nur noch von Dingen umgeben zu sein, die man wirklich liebt? Zu wissen, wann wir genug haben und mit wenig Besitz glücklich zu sein?

 

Sun-Mi Jung ist Foodbloggerin, hat südkoreanische Wurzeln und stammt aus dem Ruhrgebiet. Vor kurzem hat sie die Freiheit von „Less stuff – more happiness“ entdeckt: Sie zog von 150 Quadratmern auf zwei Etagen auf 72 Quadratmeter, reduzierte 3,5 Meter Kleiderschrank (plus Handtaschen und Schuhe!) auf 1,2 Meter und ist immer noch kräftig dabei zu entrümpeln. Bei Vintage Your Life berichtet sie in der Kategorie Gerümpelfrei von ihren Erfahrungen, gibt praktische Tipps und führt Interviews mit Entrümpelungsexperten und Gleichgesinnten. Hier geht es zu ihrem Foodblog MissSeoulfood.

 

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3 thoughts on “Marie Condo: Weniger ist mehr

  1. Ich danke Ihnen für den interessanten Beitrag. Man fühlt sich wirklich wohler wenn man regelmäßig Dinge, die man nicht mehr benötigt, wegwirft. So hat man automatisch immer Ordnung.
    Beste Grüße,
    Nina

  2. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Wenn man etwas minimalistischer lebt, hat man gleich viel mehr Zeit und ist sichtlich entspannter. Regelmäßiges Aufräumen ist wirklich sehr wichtig.
    Beste Grüße,
    Jana

  3. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Regelmäßiges Ausmisten ist wirklich sehr wichtig. So behält man auch einen klaren Kopf.
    Mit besten Grüßen,
    Paul

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