Die Macht der kleinen Schritte

Sie haben es schon zig-Mal probiert: Sich zu verändern. Es klappt nicht. Sie fallen in alte Verhaltensmuster zurück. Dies mag am Anspruch liegen: Jetzt, sofort und radikal. Dabei läuft Ihr Gehirn Amok, denn ein “nie”,  ”nicht”  oder “kein” lässt Sie wunderbar genau in das zurückfallen, was Sie hinter Sich lassen wollten. Vielleicht es an Ihrem Anspruch an sich selbst, der Ihnen im Weg steht? Mit kleinen, festen Schritten gelangen Sie meist schneller ans Ziel als mit großen, holprigen.

Der Stein des Anstoßes: Die Macht der Gewohnheit

Eingeschliffene Rituale verführen uns allzu häufig, in die Gewohnheiten zurück zu fallen, die wir ablegen wollen. Welche Gewohnheiten sind dies im Büro? Hier einige Beispiele:

  •  Aufgaben erledigen anstatt zu verschieben
  • Nein sagen und konzentriert arbeiten statt ständig neue Baustellen zu eröffnen
  • Termine in Ruhe planen anstatt dem Terminkalender hinterher zu jagen
  • E-Mail effektiv bearbeiten statt permanent in den überfüllten Eingangskorb zu schauen
  • Dinge (auch Dateien) sofort am richtigen Ort ablegen anstatt Papierburgen und digitale Halden zu bauen.

Zu große und zu viele Ziele

Ein großer Klassiker im Scheitern ist es, zu viele und zu große Ziele zu setzen. Das wird anstrengend und erfordert Aufmerksamkeit. Diese Energie fehlt dann beim Alltäglichen. Sie lassen nach mit den schönen neuen Gewohnheiten und fallen in alte Verhaltenmuster zurück. Genau hier setzt das Prinzip kleiner Schritte an.

Keine Absolutheit

Nehmen Sie sich Verhaltensänderung in kleinen Schritten vor, z.B. an drei von fünf Arbeitstagen. Suchen Sie sich eine Veränderung und beginnen Sie nicht mit zwei Veränderungen im selben Bereich. Interessanterweise lassen sich Verhaltensänderungen in unterschiedlichen Bereichen sehr gut kombinieren. Wer beispielsweise bewusst weniger Kaffee trinkt (Ernährung) und die Mittagspause für einen Spaziergang nutzt (Körper) kann dies mit der neuen Gewohnheit, nur zweimal täglich die E-Mails abzurufen und dann sofort zu bearbeiten (Beruf) kombinieren.

Gönnen Sie sich Pausen und eine Verhaltensänderung in Teilzeit. Click To Tweet. So umgehen Sie die Absolutheit. Konnten Sie Ihre drei neuen Verhaltensgrundsätze in drei Lebensbereichen an drei von fünf Arbeitstagen oder vier von sieben Wochentagen umsetzten, haben Sie schon gewonnen. Machen Sie weiter so und Sie werden sehen, dass Sie sich an den restlichen Tagen keine Gedanken mehr um ein Scheitern machen müssen, weil Sie in wenigen Wochen Ihr neues Verhalten immer an den Tag legen und nicht nur an den überwiegenden Tagen.

Messen, zählen, wiegen

Was ist der schönste Erfolg, wenn er nicht sichtbar, fühlbar ist? Sorgen Sie für Haptik und Visualisierung. Das einfachste Mittel ist die Strichliste. Weitere Möglichkeiten sind Murmeln, Steine oder andere Gegenstände, die für jeden erfolgreichen Tag neu platziert werden, z.B. vom rechten in das linke Glas. Für die ersten Schritte genügen drei Murmeln für die Arbeitswoche bzw. vier Murmeln für die Kalenderwoche. Es wird sich leicht anfühlen, den vierten oder fünften Tag das neue Verhalten beizubehalten, wenn das Wochenziel schon geschafft wurde. Das ist der psychologische Trick des kleinen Schritts.

Gut organisiert ist halb erledigt

Sylvia Nickel

Sylvia Nickel erklärt minimalistisches Arbeiten

Sylvia Nickel ist Coach und Beraterin. Sie hilft Menschen, Ziele zu erreichen und ihre Arbeit effektiv zu strukturieren. Sie weiß, wie man die Flut von Emails, Informationen, Nachrichten beherrscht, einordnet und verarbeitet.  Bei Vintage Your Life erklärt sie in der Kategorie Arbeit, wie man minimalistisch arbeitet und mit wenig Aufwand viel Wirkung erzielt. Mehr dazu auf Karriere nach Maß.

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