Die neue Einfachheit

Dass mein Leben und vor allem meine Wohnung sehr viel eleganter geworden sind, seit ich mit dem Entrümpeln begonnen habe, habe ich ja schon in meinem letzten Artikel erzählt. Bleibt übrigens nicht aus und ist eine ganz normale Nebenwirkung. Manche Leute fühlen sich nicht so wohl, wenn die Wände immer kahler und die Ecken immer leerer werden. Ich finde es jedoch gut so. Ich glaube, ich könnte auch in einem Museum leben … Letztens war ich in einem ziemlich kleinen, ziemlich vollgestopften und ziemlich unübersichtlichen Büro zu Besuch. Ich hatte ständig Angst, irgendetwas umzustoßen. Und Atemnot hatte ich auch. Zum Glück dauerte der Besuch nur eine Stunde …
Aber zurück zur Einfachheit. Ich neige dazu, an vielen Projekten gleichzeitig zu arbeiten. Ein ehrenamtliches mit vielen schönen Fotos. Mehrere berufliche mit vielen tollen Kunden. Ein weiteres berufliches mit leckerem Essen. Und natürlich Vintage your Life.
Ich schaffe es nämlich nicht, mich lange auf eine einzige Sache zu konzentrieren, sprich, ich brauche regelmäßige Abwechslung. Ich bin der perfekte Gast fuer ein reichhaltiges Buffet und fühle mich am wohlsten in großen Menschengruppen, wo ich alle zwei Minuten den Gesprächspartner wechseln kann.
Trotzdem stressen mich die vielen Projekte. Schließlich brauchen die regelmäßige Pflege und Aufmerksamkeit und man muss schauen, dass man nicht den Überblick verliert. Vor allem Deadlines muss man immer im Blick haben.
Wie gut, dass ich mit dem Entrümpeln angefangen habe. Denn Entrümpeln bedeutet gleichzeitig auch Ordnen. Oder besser gesagt, wer einmal mit dem Ausmisten anfängt, beginnt automatisch auch mit dem Aufräumen. Schließlich muss man ja irgendwo hin mit den ganzen Sachen, die man in der Wohnung, im Büro und auf, unter, neben und hinter dem Schreibtisch gefunden hat.

Ich liebe Aktenordner!

Bei mir mündete das Ganze in einer wundervoll aufgeräumten Reihe von Aktenordnern! Ich liebe Aktenordner! Am schönsten finde ich die Trennblätter, die die ganzen Unterlagen in Abschnitte und Themen unterteilen. Auch ein besonders toller Moment. Wenn ich den Rücken des Aktenordners beschrifte. Sozusagen einer der Höhepunkte des Aufräumens.
Abgesehen davon gibt es natürlich auch jede Menge digitaler Unterlagen, die ich ordnen muss. Da ich von mehreren Orten aus, also mobil arbeite, muss ich auch unbedingt dezentralen Zugriff auf meine Daten haben. Wie gut, dass es die Cloud gibt, die mich weltweit und rund um die Uhr auf meine Sachen zugreifen lässt … Und ein Backup habe ich auf diese Weise auch noch.
Nur meine Emails muss ich demnächst noch besser organisieren und ablegen. Dieses System ist hochchaotisch. Eigentlich ist es gar kein System, sondern ein Haufen von irgendwelchen wichtigen und unwichtigen Mails. Man lernt eben doch nie aus …
Klingt langweilig und wenig produktiv? Im Gegenteil! Seit ich so gut organisiert bin, geht es mir viel besser. Ich mache mir nicht ständig Gedanken, wo meine Sachen sind, was noch alles gemacht und organisiert werden muss und ob ich nicht doch etwas vergessen oder gar verloren habe. Okay, die letzte Behauptung war gelogen …
Und jedes Mal, wenn ich einen neuen Schub brauche, räume ich noch weiter auf! Vor ein paar Tagen habe ich auf diese Weise mein verloren geglaubtes, geliebtes Visitenkartenetui wiedergefunden. Ich wollte schon ein neues kaufen, hatte aber keines gefunden, welches mir gefallen hat. Aber in einer meiner zahlreichen Handtaschen hatten dieses Etui auf mich gewartet. Was mir nur gezeigt hat, ich habe immer noch eindeutig zu viele Handtaschen … Vielleicht sollte ich mal Vintage Your Life Modeexpertin Juliane Gareis konsultieren.

 

Sun-Mi Jung ist Foodbloggerin, hat südkoreanische Wurzeln und stammt aus dem Ruhrgebiet. Vor kurzem hat sie die Freiheit von „Less stuff – more happiness“ entdeckt: Sie zog von 150 Quadratmern auf zwei Etagen auf 72 Quadratmeter, reduzierte 3,5 Meter Kleiderschrank (plus Handtaschen und Schuhe!) auf 1,2 Meter und ist immer noch kräftig dabei zu entrümpeln. Bei Vintage Your Life berichtet sie in der Kategorie Gerümpelfrei von ihren Erfahrungen, gibt praktische Tipps und führt Interviews mit Entrümpelungsexperten und Gleichgesinnten. Hier geht es zu ihrem Foodblog MissSeoulfood.

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