Faszination Marke

Mehr Schein als Sein? Warum Markenkleidung eine so große Faszination ausübt, was Marken leisten können, was sie NICHT leisten können und wann sie nahezu unverzichtbar sind, weiß Martina Hunger, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung. Den Mythos Marke erklärt sie Vintage Your Life.

Warum soll man sich Marken leisten? „Mit dem Erwerb eines Markenartikels kauft der Kunde nicht nur einen Gegenstand. Er kauft ein Versprechen, eine Idee. Wer Kleidung eines ausgewählten Designers kauft, kauft einen bestimmten Stil, eine besondere Aussage. Und damit auch eine gezielte Zugehörigkeit und einen Lebensstil. Letztlich sogar eine Identität“, sagt Martina Hunger. „Und so manch einer trägt vor allem besonders teure Marken, sogenannte Luxusmarken, lediglich als Status- und Prestigesymbol.“

Marken spiegeln ein Lebensgefühl wider

Dabei erzählen (fast) alle Marken eine eigene Geschichte: „Lacoste wurde von dem erfolgreichen französischen Tennisspieler René Lacoste gegründet. Das berühmteste Kleidungsstück der Marke ist das Polohemd, welches Lacoste 1927 für den eigenen Bedarf als Tennishemd entwarf. Bis dahin trugen alle Tennisspieler nämlich ein normales weißes Oberhemd. Das neue Polohemd war hingegen sehr viel praktischer und sportlicher. Im modernen Businessleben haben diese Polohemden daher nichts verloren. Es handelt sich um Sportkleidung.“

Markenkleider spiegeln also das (gewünschte) Lebensgefühl des Trägers wider. „Marken und ihre Aussagen sind sehr stark mit Emotionen besetzt. Jeder Designer vermittelt mit seinen Kollektionen bewusst eine ideelle Botschaft und stimmt seine ganze Werbung und Kommunikation auf diese Mission ab. Daher sind diese Kleider auch so anziehend und begehrenswert. Weil alle Kommunikationsmittel, von den Farben bis zu den Models, in sich stimmig sind.“

Lohnt es sich, Geld für Marken auszugeben? Die Vorteile von Markenkleidung liegen laut Martina Hunger auf der Hand: „Zum einen bieten bekannte und hochwertige Marken in der Regel eine gute Qualität und erleichtern dem Konsumenten dadurch die Orientierung auf dem Markt. Zum anderen bieten die meisten Designer Gesamtkollektionen, in denen alle Teile stilsicher aufeinander abgestimmt sind. Von T-Shirt bis zur Tasche. Auch das erleichtert dem Verbraucher die Kaufentscheidung. Das ist sehr bequem, nimmt Unsicherheiten und man vermeidet Fehler. Vor allem im Businessleben sollte man sich daher ruhig auf hochwertige Marken verlassen. Natürlich muss man auch hier auf die passende Marke mit der passenden Aussage achten. Es sollte zum Beispiel eine Übereinstimmung mit der Unternehmenskultur des Arbeitgebers geben. Und man sollte sich immer entsprechend seiner hierarchischen Position kleiden.“

Der richtige Mix aus Marken und No-Name  macht den eigenen Style

Der Nachteil: „Man ist zwar in gewisser Weise stilsicher. Andererseits aber auch uniformiert und wenig individuell. Man verschwindet in der Masse. Den eigenen Stil und die eigene Persönlichkeit zu kultivieren fällt umso schwerer. Genauso schwierig ist es, Facetten zu zeigen“, meint Martina Hunger.

Deshalb hat No-Name-Kleidung durchaus ihre Berechtigung, wie Martina Hunger findet. „Gerade sehr modische Teile dürfen durchaus bei einem No-Name-Hersteller gekauft werden. Gemixt mit hochwertiger Markenkleidung kann das sogar einen ganz bestimmten Reiz ausmachen.“ Das gibt Spielraum für die eigene Kreativität, die gar nicht teuer sein muss.

Gar nicht kreativ, und am falschen Ende gespart, ist der Kauf von gefälschten Marken. Da ist Martina Hunger intolerant. „Hände weg von Imitaten! Offensichtlich ist der Traum vieler Frauen, eine Luxushandtasche zu besitzen und damit eine wirtschaftliche Potenz und Überlegenheit vorzutäuschen, die gar nicht vorhanden ist. Sonst gäbe es ja nicht die vielen Fälschungen. Allerdings bemerken Kenner, die Sie vielleicht beeindrucken möchten, sofort den Unterschied zwischen Original und Fälschung. Spätestens, wenn Sie das Innenleben sehen. Ein Plagiat ist niemals so gut wie das Original. Und peinlich ist es auch.“

 

 

Dr. Cordula Grüner ist Unternehmensberaterin für junge, aufstrebende Unternehmen. Geld ist ihr Thema: Wie kann man aus „wenig“ möglichst „viel“ machen? Als Unternehmensberaterin hat sie bereits Ordnung in das Portemonnaie hunderter Kunden gebracht. In der Kategorie Geld erklärt sie, wie man Geld einteilt, entscheidet, wofür man es ausgibt und  seine Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht bringt. Mehr Infos über Dr. Cordula Grüner unter BBR Betriebs-Beratung Ruhr.

 

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