I ♥ Co-Living-Spaces

Gestern war mal wieder einer meiner Homeoffice-Schreibtischtage. Keine externen Termine, dafür aber ein von mir selbst vollgestopfter Kalender mit einer Menge to dos, auf die – das hatte ich mir geschworen – ich mich nun voll konzentrieren würde.

Gut gerüstet und mit einer Tasse Milchkaffee ausgestattet, startete ich enthusiastisch in meine Projekte. Darunter auch mein nächster Vintage-Blogbeitrag zum Thema Holz, der immer noch nicht fertig ist. Ja, eigentlich wollte ich über das Thema Holz in der Architektur und beim Wohnen schreiben. Ich war nämlich letztens in Berlin und habe eine sehr spannende Ausstellung zu dem Thema gesehen.

Aber ich fürchte, dieser Beitrag muss sich noch ein wenig gedulden. Viel zu spannend fand ich die Headline, die sich just gestern Morgen meldete. Sie kennen das: Unten rechts am Bildschirm kommt diese kleine Vorschau ergänzt um ein melodisches Signal, und schon kann man sich nicht mehr konzentrieren. Die Neugierde MUSS gestillt werden!

Eine WG für Digitalnomaden

Gesagt, getan: Ich habe die Headline gelesen und war fasziniert: Es gibt jetzt in Berlin „Co-Living-Spaces“. Das sind Wohngemeinschaft für Digitalnomaden. Sehr Spannend!

Klassischerweise haben wir das Thema Wohngemeinschaft doch während des Studiums schon absolviert und dann abgehakt. Mit allen Höhen und Tiefen, bunten Partys und chaotischen Küchensituationen, tollen Gesprächen und nervigem Gezicke. Ja, das waren noch Zeiten. Turbulent, aber auch wunderschön. Für mich sind das immer noch sehr lebendige Erinnerungen. Aber sobald wir genug Geld verdient hatten, war das Thema für uns doch passé, und wir haben uns auf die eigenen vier Wände gefreut.

Das scheint sich jetzt wieder zu ändern, denn ein Trend schwappt aus New York zu uns herüber. Die modernen „WG-ler“ leben in Co-Living-Spaces und sind keineswegs Studierende, sondern junge Berufseinsteiger, Gründer oder internationale Start-Up Leute. Tagsüber arbeiten sie gemeinsam in Co-Working-Spaces, und abends wird dann auch zusammengewohnt.

Im April soll es in Berlin losgehen, in anderen Städten entstehen ähnliche Konzepte. Ich finde, das fühlt sich sehr aufregend an. Ich wäre gern auch Teil einer solchen Community. Jung (bin ich jetzt nicht gerade, obwohl das ja immer im Auge des Betrachters liegt), international und digital.

Mit Kino, Leseecke, Terrasse

Eine ziemlich große WG mit 45 Zimmern entsteht also derzeit in Berlin-Moabit auf fünf Geschossen. Dort gibt es pro Etage eine Gemeinschaftsküche und Bäder, ergänzt um ein Kino, Leseecken und eine Terrasse – alles für den Afterwork-Genuss und -Austausch. Das unterscheidet unsere klassische Schmuddel-WG von damals also doch deutlich von den neuen Plänen eines Co-Living-Spaces. Die Macher wollen Menschen mit Leidenschaft für Kreativität und Gründergeist unter einem Dach zusammenzubringen. Rund um die Uhr.

Ich habe letztens eine Woche in einem Co-Working-Space in Berlin-Neukölln gearbeitet. Und ja, ich könnte mir vorstellen, dass es sehr cool gewesen wäre, auch direkt dort im Haus zu wohnen.

Am Abend nicht quer durch die Stadt ins einsame Hotel fahren zu müssen. Denn tatsächlich arbeitet man ja tagsüber konzentriert und hat vor allem abends Zeit, sich auszutauschen. Während ich das hier so gerade schreibe, möchte ich am liebsten direkt wieder nach Berlin und die neue Location testen.

Boston, Berlin, Bochum

Ich frage mich allerdings, ob Moabit so der richtige Hotspot für Gründer und internationale Start-Ups ist. Na ja, sei es drum. Irgendwo muss man ja anfangen und auch dieser Location eine Chance geben. Am Alexanderplatz soll in zwei Jahren ebenfalls etwas Ähnliches eröffnen. Klingt schon etwas cooler.

Wenn es irgendwie klappt, werde ich eine dieser Locations testen und würde mir sehr wünschen, dass diese „Welle“ auch ins Revier schwappt. Gemeinsam arbeiten und zusammen wohnen – mit einer ganz internationalen Community, die sich an urbanen Orten temporär trifft und dann weiterzieht … klingt für mich wie ein Traum, und ich sehe es schon vor mir … Boston, Berlin, Bochum!

 

Nicola Leffelsend ist Expertin für Kommunikation und Online PR, lebt in Bochum und hat die Perle im Revier nach Stopps in New York und Köln zu ihrer Wahlheimat erkoren. Sie liebt Architektur und Kunst und unterstützt als PR Beraterin Unternehmen dieser Branchen darin, Struktur in ihre Kommunikation zu bringen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die richtigen Zielgruppen finden und spannende Geschichten erzählen. Bei Vintage Your Life schreibt sie in der Kategorie Wohnen über aktuelle Trends, Zukunft des Wohnens und den Zauber von Struktur und Reduktion in den eigenen vier Wänden. Mehr zu ihr auf XING.

 

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