Mein minimalistischer Urlaub

Urlaub mit Kindern ist eine Herausforderung; Sie wissen schon, was ich meine. Der eine will auf Mallorca am Strand relaxen, die andere will bitte in Metropolen shoppen, die jüngeren wollen auf einem Bauernhof Tiere streicheln und sind sonst eher anspruchslos, sobald sie jemanden zum Spielen haben und bloß nicht wandern müssen. Ich selbst habe ja auch Ansprüche an meinen Urlaub und die sind eher aktiv. Ich lerne gerne, ich tue gerne was und wenn wandern und Sightseeing ausscheiden, brauchen Sie schon eine gehörige Portion an Kreativität, um alle glücklich zu machen. Was tun, vor allem, wenn Sie an Ferienzeiten gebunden sind und das Budget im Rahmen bleiben soll?

In diesem Herbst waren wir also „woofen“. Woofing ist ein Konzept, das Bio-Bauernhöfe und Menschen, die helfen und dazulernen wollen, zusammenbringt. Wir fanden einen Hof, auf dem ich mit Kindern willkommen war und gegen Kost und Logis mitgearbeitet habe. Meine Mädchen waren entzückt von der Ziegenherde und von den Kaninchen und Hühnern. Wir aßen Gemüse vom Feld, frisch geschossenes Kitz und selbstgemachten Käse, lernten, dass man mit Holz warmes Wasser erzeugt und dass nicht alle Häuser einen Kühlschrank haben.

Wir schliefen in Schlafsäcken auf dem Boden und wurden herzlich in die Familie aufgenommen. Die vier Mädchen im gleichen Alter meiner Mädchen freuten sich über neue Gesichter am Tisch. Ich wurde in die Geheimnisse der Ziegenhaltung eingeweiht und den Kreislauf des Lebens. Der Mist aus dem Ziegenstall kommt auf die Beete, darum wächst der Salat so gut!

Wir pflückten Äpfel vom Baum, sortierten Kartoffeln nach Größe, zerlegten das Kitz, misteten und melkten mit der Hand. Wir zogen Zäune, schichteten Misthaufen und viele Kubikmeter Baumschnitt um, wohnten einigen Rendezvous von Bock und Ziegen bei und sahen, wie aus Ziegenmilch leckerer Frischkäse gemacht wurde. Relativ schnell habe ich Aufgaben übernommen, die mir leichtfallen und die ich beherrsche, wie früh aufstehen, und die Kinder versorgen, kochen und aus dem Vorhandenen etwas Leckeres zaubern. Ich habe auch meine körperlichen Grenzen gespürt und festgestellt, was mir schwerfällt.

Erkenntnisse aus einer Woche Bio-Leben

  1. sei offen und neugierig, Menschen und Häuser sind anders als bei dir zuhause
  2. nutz die Chance, mal Lernende zu sein, auch wenn du älter bist als deine Gastgeber
  3. probiere alles an Arbeit aus und versuch auch, das, was du kannst, gewinnbringend für alle einzusetzen
  4. Misthaufen umschichten kann sehr inspirierend sein zum Nachdenken in frischer Luft
  5. Landwirtschaft ist nicht romantisch, bringt dich aber back to the roots. Das Leben ist ein einziger Kreislauf und alles hat seinen Sinn
  6. Man kann auch ohne Kühlschrank, Dusche und Bett leben
  7. du wirst Fähigkeiten an dir entdecken, die du vielleicht nicht als Stärken wahrgenommen hast
  8. Nutztiere und Nutzland zeigen dir, wie schwer es eigentlich ist, sich sein Essen zu erwirtschaften.
  9. Auf einem Hof gibt es keine Langeweile. Du bist den ganzen Tag damit beschäftigt, den Kreislauf von Leben und Essen fortzuführen
  10. nach einer Woche Tee freust du dich auf den ersten Espresso und dein Zuhause.

Wie schon Majorie Hills schrieb: Tun Sie es auf jeden Fall. Zuhause bleiben wäre schlimmer!

 

 

Petra Wiemer hat sich Zeit ihres Lebens für Lernen und persönliche Entwicklung interessiert. Sie ist heute als Bildungswissenschaftlerin im Bereich Weiterbildung tätig. Als Mutter von vier Kindern ist sie Expertin in der Vereinfachung komplexer Sachverhalte. Vor kurzem ist sie mit ihren Kindern in ein altes Haus gezogen und hat die Erkenntnis gewonnen, dass Reduzieren die Qualität erhöhen kann, sofern die Lebenseinstellung positiv ist. Jetzt muss sie nur noch ihre Kinder von diesem neuen Lebensstil überzeugen. Ihre Erfahrungen beschreibt sie in der Kategorie Minimalismus mit Kindern.

 

 

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