Cordula Grüner, Sun-Mi Jung, Vintage Your LIfe

Minimalismus – und warum Minimalisten glücklicher sind

„Mit ein paar Blumen in meinem Garten, einen halben Dutzend Bildern und einigen Büchern, lebe ich ohne Neid.“ Lope de Vega, spanischer Dichter. In einer dreiteiligen Serie erklärt Feng Shui Expertin Annette Tölke aus Unna der VintageYourLife-Bloggerin Sun-Mi Jung das Phänomen Gerümpel und seine Auswirkungen. Denn ohne Gerümpel lebt es sich einfacher, schöner und energievoller. Im dritten und letzten Teil geht es um materiellen Überfluss, unser Konsumverhalten und warum Minimalisten einfach mehr vom Leben haben.

Bewusst weniger konsumieren

Der bewusste Umgang mit Konsum kennzeichnet den Minimalisten. Sein Ziel ist es, weniger materielle Dinge zu besitzen, um sich mit deren Anschaffung, Bezahlung und Pflege nicht unnötig zu belasten. Weniger Besitz und (Erwerbs-) Arbeit, dafür mehr Zeit und Genuss. Und sogar mehr Geld. Was wiederum zu mehr persönlicher Freiheit führt.

„Man lernt, Prioritäten zu setzen und sich weniger zu verzetteln“, nennt Annette Tölke einen weiteren Vorteil dieser Lebensform. „Das beginnt mit der bewussten Entscheidung, was gekauft oder konsumiert wird. Und setzt sich fort mit der Frage, womit und mit wem wir unsere Zeit verbringen wollen. Welche Termine wir wahrnehmen. Und welche wir absagen. Wir treffen eine Auswahl, indem wir uns die Frage stellen, ist das wirklich so wichtig? Die bewusste Wahrnehmung wird geschärft.“

„Außerdem gewinnen wir mehr Freiraum und Freiheiten, indem wir mehr und mehr lernen loszulassen, anstatt festzuhalten. Alles, was wir besitzen, besitzt letztlich uns“, so Annette Tölke. Und selbst auf Körper und Geist hat die minimalistische Lebensweise positive Auswirkungen: Eine verbesserte (Selbst-) wahrnehmung strukturiert und klärt die Gedanken, negative Gedanken und Gefühle nehmen weniger Raum ein. Und je besser und bewusster man sich selbst wahrnehmen kann, desto verantwortungsvoller geht man mit seinem eigenen Körper um. Und auch zum Naturschutz trägt der minimalistische Lebensstil bei. Vor allem der schnelllebige Konsum verbraucht jede Menge Ressourcen. Und erhöht gleichzeitig das Müllaufkommen.

„Aber natürlich gibt es auch Nachteile. Schnell gerät man in Erklärungs- und Rechtfertigungsnot, weil man sich plötzlich ganz anders verhält als die anderen. Dem sozialen Druck standzuhalten ist da manchmal gar nicht so einfach. Erstens, weil man sich heimlich vielleicht doch mit anderen vergleicht. Zweitens, weil man nicht mehr an jeder Veranstaltung teilnimmt“, so Annette Tölke.

Fasten?!?

Eine interessante, weil bereichernde Erfahrung hat Annette Tölke kurz vor Ostern am eigenen Leib gemacht. Eine Woche lang fastete sie an einem abgeschiedenen Ort in der Eifel. Und nahm nicht nur vier Kilogramm ab. Sondern war fasziniert, wie viel Energie, Kraft und Leichtigkeit sie in dieser Zeit erlebte. „Dieser freiwillige Verzicht war eine Erleichterung und echte Bereicherung. Und ein Erfolgserlebnis dazu. Einen Mangel habe ich in dieser Zeit jedenfalls nicht gespürt.“

 

Sun-Mi Jung ist Foodbloggerin, hat südkoreanische Wurzeln und stammt aus dem Ruhrgebiet. Vor kurzem hat sie die Freiheit von „Less stuff – more happiness“ entdeckt: Sie zog von 150 Quadratmern auf zwei Etagen auf 72 Quadratmeter, reduzierte 3,5 Meter Kleiderschrank (plus Handtaschen und Schuhe!) auf 1,2 Meter und ist immer noch kräftig dabei zu entrümpeln. Bei Vintage Your Life berichtet sie in der Kategorie Gerümpelfrei von ihren Erfahrungen, gibt praktische Tipps und führt Interviews mit Entrümpelungsexperten und Gleichgesinnten. Hier geht es zu ihrem Foodblog MIssSeoulfood.

 

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