Cordula Grüner, Sun-Mi Jung, Vintage Your LIfe

Platz da!

„Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb“. Kurt Tucholsky. Wie man ein energievolles und ordentliches Zuhause schafft, weiß Feng Shui Beraterin Annette Tölke aus Unna. In einer dreiteiligen Serie erklärt sie der Vintageyourlife-Bloggerin Sun-Mi Jung, was Gerümpel damit zu tun hat und wie man damit umgeht. Im zweiten Teil geht es um zwölf unnütze Dinge, die garantiert jeder zu Hause hat.

1. Kleider, Schuhe und „alte Sachen“

Kleider, die schon lange nicht mehr gefallen. Schuhe, die unreparierbar kaputt sind. Hosen, die nicht mehr passen oder vielleicht sogar noch nie gepasst haben. T-Shirts, die aus irgendeinem Grund nicht mehr getragen werden. Jeans, die schon beim Kauf unbequem waren. Alte Sachen, die ja noch gut genug als „Arbeitskleidung“ sind. „Solche Sachen zu behalten und sich schönzureden bringt nichts“, meint Annette Tölke. Also, weg damit!

2. Dinge, die kaputt sind

Aus irgendeinem Grund behält man Dinge, die schon lange kaputt und nicht mehr nutzbar sind. Denn man KÖNNTE sie ja reparieren (lassen). Irgendwann. Gern behält man kaputte Dinge, die bereits durch neue ersetzt worden sind als Reserve. Ist ja logisch. Das Ersatzrad im Auto hat schließlich auch einen Platten…

3. Pflanzen

Gartenpflanzen, die zu groß geworden sind. Viel zu viele Topfpflanzen, die man im Laufe der Jahre geschenkt bekommen hat und gar nicht mehr schön aussehen, weil sie schon seit über einem Jahr nicht mehr geblüht haben. Halbverblühte Blumensträuße, die ihren Charme eingebüßt haben. „Darf man ruhig und guten Gewissens entsorgen“, findet Annette Tölke.

4. Dinge, an denen schlechte Erinnerungen haften

Nicht alle Gegenstände lösen positive Gefühle aus. Ungewollte und ungeliebte Erbstücke können dazugehören. Oder auch Geschenke, die man weder schön findet, noch an eine geliebte Person erinnern.

5. Dinge, die man doppelt hat

Ein Zeichen westlichen Überflusses und Wohlstands. Dinge, die man tatsächlich doppelt besitzt. Sei es, weil man sie geschenkt bekommen hat. Oder, weil aus zwei Haushalten einer wurde. Die dann gern in einer Kiste im Keller ein undankbares Schatten-Dasein fristen.

6. Spiel-, Bastel-, Hobbysachen und Werkzeuge

Hobbys machen das Leben schöner. Gar keine Frage. Für viele Hobbys braucht man jedoch jede Menge Equipment. Welches einem schnell über den Kopf wächst. Deshalb richten sich viele Menschen auch einen separaten Hobbyraum ein. Den man aber dennoch regelmäßig aufräumen und entrümpeln sollte. Braucht man tatsächlich die Window-Color-Reste aus dem Jahr 2000 noch?

7. Papier in jeglicher Form

Alte Postkarten, ausgelesene Bücher, halb gelesene und vergessene Zeitschriften und Zeitungen, Fotos. Gerade Papier wird schnell zum Gerümpel. Wertvolle Dinge, wie klassische Comics sind sicherlich interessant für so manchen Sammler und lassen sich sogar zu Geld machen. Alles andere darf man getrost wegwerfen.

8. Negative Gedanken, Gefühle und Gewohnheiten

„Diese sind schwierig abzulegen. Und manchmal hat man gar keinen Einfluss auf seine Gedanken und Gefühle. Sie überwältigen einen geradezu. Trotzdem sollte man versuchen, ihrer Herr zu werden und sie abzulegen. Indem man an etwas Schönes denkt“, rät Annette Tölke.

9. Negative Menschen

Es gibt sie. Menschen, die man nicht mag. Und die man dennoch in seinem Umfeld hat. Von denen man sich am besten lösen sollte. Der erste Schritt: Klarheit. „Ich möchte diesen Menschen nicht mehr in meinem Leben haben.“ Auch diesen Vorsatz in die Praxis umzusetzen ist zuweilen schwierig. Aber nicht unmöglich. Und manchmal hilft es auch, den Kontakt stark einzuschränken.

10. Ungeliebte Arbeit

Arbeit sollte Spaß machen. Denn nur dann ist man erfolgreich. Und bleibt gesund. Arbeit, die man nicht gern macht, sollte man entweder delegieren. Oder aktiv eine Veränderung herbeiführen: „Oft helfen Kleinigkeiten. Den Schreibtisch umstellen. Flexible Arbeitszeiten erfragen. Die Kommunikation mit den Kollegen verbessern. Manchmal braucht es aber auch den ganz großen Wurf. Woanders bewerben. Oder sogar eine eigene Firma gründen.“

11. Krankheiten

„Wer sehr oft sehr krank ist, nimmt schnell eine Opferhaltung ein und spricht über nichts anderes mehr. Dahinter steckt häufig der Wunsch nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Manchmal sind Krankheiten aber auch ein Signal. Was passt nicht in meinem Umfeld? Wo müssten Veränderungen herbeigeführt werden?“

12. Geld

Die buddhistische Lehre spricht von der Anhaftung. Alles, was wir besitzen und an dem wir uns festklammern, besitzt in Wirklichkeit uns. Besonders deutlich tritt dieses Phänomen beim Geld zutage. Natürlich ist es gut und schön, Geld zu haben und damit sorgfältig umzugehen. Nur vor der Anhaftung sollten wir uns schützen. Zum Beispiel, indem wir regelmäßig spenden, teilen, abgeben. „Das ist ein gutes Gefühl“, weiß Annette Tölke.

 

 

Sun-Mi Jung ist Foodbloggerin, hat südkoreanische Wurzeln und stammt aus dem Ruhrgebiet. Vor kurzem hat sie die Freiheit von „Less stuff – more happiness“ entdeckt: Sie zog von 150 Quadratmern auf zwei Etagen auf 72 Quadratmeter, reduzierte 3,5 Meter Kleiderschrank (plus Handtaschen und Schuhe!) auf 1,2 Meter und ist immer noch kräftig dabei zu entrümpeln. Bei Vintage Your Life berichtet sie in der Kategorie Gerümpelfrei von ihren Erfahrungen, gibt praktische Tipps und führt Interviews mit Entrümpelungsexperten und Gleichgesinnten. Hier geht es zu ihrem Foodblog MIssSeoulfood.

 

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5 thoughts on “Platz da!

  1. Rami

    Passender könnten die Tipps nicht kommen: Wir ziehen demnächst um und vergrößern uns damit zwar deutlich – dennoch steht als aller Erstes das Entrümpeln an, was mir seeehr schwer fällt (gerade der Punkt „Papier…“ ist mein wunder Punkt….). Ich werde versuchen mir die Ratschläge zu Herzen zu nehmen. Viele Grüße!

    • facebook-profile-picture VintageYourLife

      Hallo Rami, sehen Sie es als Chance, Ihre Papiere zu ordnen. Sortieren Sie konsequent aus, was nicht mehr benötigt wird und heften Sie aktuelle Unterlagen übersichtlich ab. Bücher, die man nicht mehr liest, kann man verschenken – da freut sich Jemand!

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