Umziehen

Über Georg Stövesand und seine Einstellung zu materiellem Besitz haben wir bereits gesprochen. Da ging es in erster Linie um sein Privatleben.  Dabei beschäftigt er sich auch beruflich mit Minimalismus. Nämlich mit Entrümpelungen. VintageYourLife hat ihn bei einem seiner Termine begleitet. Und spannende Einblicke gewonnen.

Veronika Marschall ist 54 Jahre alt und eine herzliche, aufgeschlossene Frau. Die sich entschlossen hat, jede Menge Gerümpel aus ihrem Leben zu entlassen. Äußerer Anlass war ein Umzug. 13 Jahren hatten sie, ihr Lebensgefährte und ihre Tochter in einer schicken 95 Quadratmeter-Maisonette-Wohnung in Dortmund gelebt. Mit dem Auszug der Tochter entschloss sie sich zum Umzug.

„Wir hatten natürlich einen Container bestellt, der all die Dinge aufgenommen hat, die wir wegwerfen wollten“, erzählt Veronika Marschall. „Und dennoch sind hier jede Menge Dinge übriggeblieben, die jetzt von Georg Stövesand entsorgt werden sollen.“

Was Veronika Marschall alles entsorgt hat:

1. Kleidung, zehn Säcke

„Seit ungefähr zwei Jahren arbeite ich nicht mehr. Brauche daher auch weniger Kleidung. Alles, was ich ein Jahr lang nicht anhatte, habe ich verschenkt oder entsorgt. Das befreit schon. Jetzt gehe ich auch anders mit Neuanschaffungen um. Wenn ich ein neues Teil kaufe, gebe ich dafür ein anderes weg.“

2. Kaputte Dinge…

…die alt oder kaputt waren, nicht mehr gebraucht wurden und „aus Faulheit“ herumlagen.

3. Alte CDs

„Die bin ich auf dem Flohmarkt losgeworden.“

4. Nippes, Weihnachtszeugs, Deko, alte Elektrogeräte

„Über ebay kostenlos an Selbstabholer.“

5. Tupperware

„In 30 Jahren Hausstand sammelt sich jede Menge Tupperware an. Zum Teil fehlten schon die Deckel… Ich habe jede Menge entsorgt. Trotzdem ist es noch viel.“

Fast sechs Monate lang hat Veronika Marschall sortiert und entrümpelt. Zwischendurch war sie allerdings drei Wochen im Urlaub. Schließlich muss man sich ja auch von der ganzen Arbeit erholen. Mehrere wichtige Erkenntnisse hat sie in dieser Zeit gewonnen. „Man braucht nur einen Bruchteil von den Dingen, die man besitzt. Und jetzt ist alles sehr viel aufgeräumter, das befreit ungemein. Manchmal denke ich darüber nach, dass ich vielleicht mehr Geld hätte, wenn ich nicht so viel kaufen würde und sparsamer wäre. Und daher habe ich einen neuen Konsumstil entwickelt. Shopping und auch Mode haben mir schon immer viel Spaß gemacht. Aber manchmal schlägt man nur zu, weil es sich um ein sogenanntes Sonderangebot handelt oder einfach nur aus Langeweile. Ich habe mir jetzt ein monatliches Limit von 150 Euro gesetzt. Aber dieser monatliche Shoppingtag ist dann etwas ganz Besonderes, den ich zum Beispiel mit einer Freundin genieße. Ohne schlechtes Gewissen. Und ganz bewusst.“

 

 

Sun-Mi Jung ist Foodbloggerin, hat südkoreanische Wurzeln und stammt aus dem Ruhrgebiet. Vor kurzem hat sie die Freiheit von „Less stuff – more happiness“ entdeckt: Sie zog von 150 Quadratmern auf zwei Etagen auf 72 Quadratmeter, reduzierte 3,5 Meter Kleiderschrank (plus Handtaschen und Schuhe!) auf 1,2 Meter und ist immer noch kräftig dabei zu entrümpeln. Bei Vintage Your Life berichtet sie in der Kategorie Gerümpelfrei von ihren Erfahrungen, gibt praktische Tipps und führt Interviews mit Entrümpelungsexperten und Gleichgesinnten. Hier geht es zu ihrem Foodblog MissSeoulfood.

 

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One thought on “Umziehen

  1. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Ein Umzug ist immer ein großes Ereignis, welches gut vorbereitet werden sollte. Checklisten können auf jeden Fall helfen.
    Mit besten Grüßen,
    Bernd

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