Was ist eine Investition?

Weniger konsumieren, lautete das Thema meines letzten Blogartikels. Denn nicht  die Höhe der Einnahmen, sondern das, was am Ende des Monats übrigbleibt, macht den Unterschied zwischen Arm und Reich. Oder Plus und Minus.

Aber was bedeutet eigentlich „investieren“? Muss man dazu ein Finanzgenie sein und sich mit Kapitalmärkten, Aktien und all diesen komplizierten Dingen auskennen? Nun, es kann tatsächlich nicht schaden, wenn man in dieser Welt zu Hause ist. Allerdings kann man auch ganz klein anfangen. Daran scheitern nämlich schon die meisten.

Investieren bedeutet letztlich nichts anderes, als auf den Spatz in der Hand zugunsten der Taube auf dem Dach zu verzichten. Das ist eigentlich alles. Wir alle wissen natürlich alle, wie schwierig das in der Praxis ist. Jetzt keinen Kuchen essen und in 6 Monaten schlank sein. Heute fleißig lernen und morgen mit einem Hochschulabschluss ins Berufsleben starten. Heute nicht seinen wütenden Gefühlen nachgeben, stattdessen nach einer konstruktiven Lösung für alle suchen und in 25 Jahren glücklich silberne Hochzeit feiern können.

Warum die Taube auf dem Dach letztlich die bessere Wahl ist?

Das wissen wir alle. Wenn das Ganze nur nicht so schwierig umzusetzen wäre! Angeblich spielt bei dieser ganzen Geschichte Selbstdisziplin eine große Rolle. Sie wissen schon. Gratifikationsaufschub und so. Man muss also nur wollen, dann erreicht man das Ziel.

Neuere Forschungen haben jedoch noch einen weiteren, wahrscheinlich sehr viel wichtigeren Faktor ausgemacht. Und zwar Vertrauen und Zuversicht. In sich, seine Selbstwirksamkeit und in die Zukunft. Zu kompliziert?  Nun, nur wer sich selbst etwas zutraut (zum Beispiel, sein Ziel zu erreichen) fängt überhaupt an, bzw. hält durch. Nur wer Vertrauen in die Zukunft hat und nicht fürchten muss, dass morgen die ganze Welt zusammenbricht, investiert überhaupt in Ziele, die in ferner Zukunft liegen.

Wie man das herausgefunden hat?

Sie kennen den berühmten Marshmallow-Test?  Dieser ergab, dass Kinder, die bereits in jungen Jahren in der Lage waren, auf einen Marshmallow zu warten und als Belohnung dafür zwei zu erhalten, später als Erwachsene erfolgreicher waren. Eben weil sie lieber in die Zukunft und die Taube auf dem Dach investierten, als sofort den Spatz in der Hand zu halten.

Soweit so gut. Nahm man zunächst an, dass diese Eigenschaft angeboren war, stellte man später fest, dass Kinder, die ein zuverlässiges Umfeld gewohnt waren, in denen sie auf ihre Eltern und auf Versprechungen  vertrauen konnten,  besser beim Test abschnitten.

Investieren bedeutet also Vertrauen in die Zukunft zu haben. Optimistisch zu sein. Und zu wissen, dass man sein Leben selbst gestalten kann.  Sogar zum Besseren. Und mit ganz vielen Tauben in der Hand.

Nachtrag zum Artikel Konsum

Und wer wissen will, warum eine selbst bewohnte Immobi lie KEINE Investition, sondern eine Konsumausgabe ist. Rechnen Sie mal aus, wieviel Geld Sie bereits für Ihre Immobilie ausgegeben haben und ausgeben werden. Inklusive Kreditzinsen, Notarkosten, Reparaturen, Erhaltungskosten, eventuelle exklusiver Umbau- und Renovierungskosten,  schließlich soll das Haus ja genauso aussehen, wie man es sich immer gewünscht hat. Vergessen Sie den Außenbereich und Garten nicht. Und dann überlegen Sie, wie hoch die Rendite ist, die die Immobilie derzeit abwirft.

 

Dr. Cordula Grüner ist Unternehmensberaterin für junge, aufstrebende Unternehmen. Geld ist ihr Thema: Wie kann man aus „wenig“ möglichst „viel“ machen? Als Unternehmensberaterin hat sie bereits Ordnung in das Portemonnaie hunderter Kunden gebracht. In der Kategorie Geld erklärt sie, wie man Geld einteilt, entscheidet, wofür man es ausgibt und  seine Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht bringt. Mehr Infos über Dr. Cordula Grüner unter BBR Betriebs-Beratung Ruhr.

 

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2 thoughts on “Was ist eine Investition?

  1. Sarah

    Ja, danke. Auch ich bin mir nun sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Trotzdem erschliesst sich mir das mit dem Eigentum immer noch nicht.
    Ihr jetziger Beitrag beschreibt sehr gut, wie wir durch Selbstvertrauen, Disziplin und Vertrauen in die Zukunft (evtl. auch mit geschickten Finanzierungsmodellen) sehr zügig unsere Immobilie abbezahlt und komplett saniert haben.
    Natürlich haben wir auch durchgerechnet, was wir komplett incl. diverser Investitionen bezahlt haben. Dies erscheint aber gar nicht so schlecht, wenn wir die Miete, welche wir in dieser Zeit für eine vergleichbare Immobilie hätten zahlen müssen(und auch weiter zahlen müssten), abrechnet.
    Desweiteren sind zwar die Zinsen gefallen, die Preise für Immobilien jedoch nicht.
    Da wir mittlerweile miet/abtragungsfrei wohnen, können wir auch in vermietete Objekte investieren, welche dann doch wohl zweifelsfrei eine Investition darstellen und kein Konsumgut, um uns toll zu fühlen.
    Mit freundlichen Grüßen

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