Wir entrümpeln den Kleiderschrank …

Um sich mit seinem Kleiderschrankinhalt auseinander zu setzen, müssen wir in der richtigen Stimmung sein. Das neue Jahr ist ganz jung und die guten Vorsätze noch ganz frisch. Und das mit dem Chaos im Kleiderschrank gibt uns jeden Tag zu denken, wenn wir ihn öffnen. Denn dort offenbaren sich die Höhen und Tiefen unseres Lebens.

Lieblingsteile aus mehreren Jahrzehnten, die alle Trends überdauern, Erinnerungen an verschiedene Männer und Dates, an Reisen, an Vorstellungsgespräche, an verschiedene Jobs, an modische Vorbilder, an Zeiten mit verschiedenen Konfektionsgrößen, etc…

Sich von Kleidung zu trennen hat immer etwas mit der Fähigkeit zu tun, loslassen zu können.

Wer dazu neigt, alles aufzuheben, egal ob alte Videos, Bücher, Geschirr, Möbel oder Lampen, der hängt genauso an den Kleidern. Sentimentale Erinnerungen lähmen den Trennungsprozess, aber irgendwann müssen wir damit beginnen, Qualität vor Quantität zu stellen und das Loslassen zu üben.

Einmal mit einem Bereich begonnen, motiviert das zu größeren Schritten und dem zufriedenen Gefühl, dass wir die Kontrolle haben und nicht die vielen Dinge, die wir besitzen und nicht loslassen wollen. Carrie Bradshaw sagte einmal in „Sex and the City“: „Ich möchte mein Geld in meinem Kleiderschrank sehen“.

Das setzt natürlich voraus, dass es sich jemand leisten kann, nur ausgewählte Designerstücke zu kaufen, deren Wert sich vielleicht im Laufe der Jahre erhöht. Ich kenne niemanden, der zu dieser Kategorie gehört. Und ich bewundere die Frauen, die nicht an Ihren Kleidern und allem anderen hängen und sich alle zwei Jahre erneuern, ohne zu trauern.

Allerdings kenne ich sehr viele Frauen, die den Schrank randvoll haben mit allem und trotzdem unglücklich sind. Alle Farben, alle Formen, alle Größen. Einige teure Teile zwischen vielen günstigen. Günstige Mode ist meistens nicht gut verarbeitet und qualitativ minderwertig, kann also nicht lange halten.

Wer bei gut kombinierbaren Basics auf Qualität achtet, ist sehr gut bedient.

Je weniger wir im Schrank haben, desto größer ist die Chance, dass wir unsere Teile auch tragen. Denn die meisten Frauen tragen nur etwa 20 Prozent ihres Schrankinhalts. Viele Teile, meistens Spontankäufe, hängen oder liegen noch mit Etikett im Schrank und führen ein Schattendasein.

Sie verursachen ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht getragen, sondern immer wieder von vorne nach hinten geräumt werden und umgekehrt. Entweder es fehlt das passende Teil dazu oder die passende Gelegenheit. Nehmen also wichtigen Platz ein im ohnehin schon engen Schrank. Kleiner Tipp am Rande: schmale Bügel für Shirts und Blusen schaffen Platz und wenn alle richtig herum hängen, also von vorne nach hinten, kann ich besser sortieren. Breite Bügel (Blazer und Jacken) sind anatomisch geformt und sollten ebenfalls richtig herum hängen, sonst brauchen sie den doppelten Platz.

Ganz wichtig vor der Entrümpelung: Habe ich einen eigenen Stil? Welche Farben und Formen lassen mich gut aussehen? In welchen Kleidern fühle ich mich sehr wohl und authentisch? Wer diese Fragen nicht beantworten kann, sollte sich beraten lassen. Entweder online oder persönlich. Das ist zwar nicht kostenlos, aber meistens eine einmalige und sehr individuelle Investition in die eigene Zufriedenheit und den eigenen Stil.

Denn wenn ich Frieden schließen will mit mir und meinem Kleiderchaos, muss ich das alles wissen. Und tatsächlich beherzigen. Und um ein funktionierendes System im Schrank für meine Kleidung zu erschaffen, welches mich zufrieden und stilsicher macht.

Fortsetzung folgt

 

Juliane Gareis ist selbstständige Mode-& Stilberaterin. Sie stammt aus Düsseldorf und konnte nach ihrem Modedesign-Studium in vielen Bereichen der Modebranche Erfahrungen sammeln. Heute berät sie Firmen und Privatpersonen als Business-Style-Coach, Personal Shopper oder Modenschau-Moderatorin. Ihr Credo ist es, Menschen zu ihrem eigenen Stil zu führen. Bei Vintage Your Life erklärt sie in der Kategorie Kleidung, wie man seinen Kleiderschrank entrümpelt und auf Qualität statt Quantität setzt. Mehr zu Juliane Gareis.

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